Klassen 7b und 7c im Rastatter Schloss:

Zeitreise ins Zeitalter des Absolutismus

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Am Dienstag, den 10.03. sowie am Freitag, den 13.03. machte sich jeweils eine der beiden Klassen 7b und 7c auf, um im Schloss des „Türkenlouis“ in Rastatt das Zeitalter des Absolutismus und den Barock hautnah zu erleben.

In Klasse 7 sind sowohl der Barock als auch das Zeitalter des Absolutismus Thema des Geschichtsunterrichts. Da sollte man doch die Chance beim Schopfe packen, wenn man schon ein derart schönes - und übrigens ein selten guterhaltenes – Barockschloss quasi direkt vor der Haustür hat. Also ging es ganz einfach per Linienbus nach Rastatt, wo wir im Schlosshof von unserer fachkundigen Führungsleiterin empfangen wurden. Bereits hier wurde klar, dass das Schloss Ludwigs XIV. von Frankreich, Versailles bei Paris, als Vorbild für den Schlossbau in Rastatt diente.

Überall in Europa wollten die Landesherren selbst kleinster Ländereien so „strahlen“ wie der „Sonnenkönig“ in Paris. So auch in der Markgrafschaft Baden-Baden, wo zu der Zeit Margraf Ludwig Wilhelm, genannt „der Türkenlouis“ regierte. Er zog mit seinem Hofe von Baden-Baden nach Rastatt um, da hier sehr viel mehr Platz für einen repräsentativen Bau vorhanden war als im engen Oostal.

Jupiter
Das Original des Jupiter...
Der Schlossneubau war damals außerdem notwendig geworden, weil alle Ländereien entlang des Rheins im sog. „Holländischen Krieg“ und im „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ von den Franzosen praktisch dem Erdboden gleich gemacht worden waren, so auch das Schloss in Baden-Baden. Daher wundert es auch nicht, dass ein wütender Jupiter seine Blitze vom Dach des Schlosses in Richtung der französischen Festung „Fort Louis“ gegenüber von Stollhofen schleudert. Da war schnell vergessen, dass der französische Sonnenkönig tatsächlich der Taufpate Ludwig Wilhelms gewesen war. Jupiter
...steht mittlerweile im Treppenhaus.

 

Treppenhaus Beeindruckt von der enormen Frontseite des Schlosses am „Ehrenhof“ betraten die Schüler dann das Innere der Residenz.
Alles strahlt hier Erhabenheit und Pracht aus: Stuck, Blattgold, große Leuchten und Putten, wohin man schaut. Das große Treppenhaus lässt die Würde des Herrschers fühlen.
Im großen Ahnensaal dann waren wir erst einmal sprachlos vom Prunk der damaligen Zeit. Man fühlte hier sozusagen noch die Aura vergangener Feierlichkeiten und Empfänge.

 

Die Schülerinnen und Schüler lernten hier einiges über höfisches Zeremoniell und Benehmen. Der Hofknicks bzw. die Reverenz wurde von den Mädchen und Jungs eingeübt um dem Herrscher nachher angemessen gegenübertreten zu können.

     

Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von den beiden Schlafgemachen des Markgrafen und der Markgräfin, die sich praktisch spiegelbildlich am Ende der beiden Wohnflügel befinden. Hier spielte sich in jener Zeit vieles öffentlich ab, was heute nur noch hinter verschlossenen Türen in der absoluten Privatsphäre geschieht. Das war für die Schülerinnen und Schüler absolut kurios und unverständlich aber auch beeindruckend. Andere Zeiten, andere Sitten.

Nach einem gespielten Empfangszeremoniell, bei dem einige Schüler in historische Kostüme und Rollen schlüpfen konnten, ging es dann nach knapp zwei Stunden wieder zurück zum Bus und nach Rheinmünster.

Knicks

Wächter
Verneigen


Reverence Hofdamen
 
Hoffentlich bleibt Vieles von diesem tollen Tag weiterhin in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler lebendig, denn eines ist klar: Viele Seiten eines Geschichtsbuches können nie etwas persönlich Erlebtes und Erfahrenes ersetzen!


Text/Fotos: O. Frietsch, 03/2015, Web-AG: Benjamin W., 04/2015