Alterssimulation als Vorbereitung zum SE-Projekt

Klassenstufe 8 alterte in wenigen Minuten

 

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Viele Jugendliche können sich nicht vorstellen, wie schwer es ältere Menschen haben. Um diese Erfahrung an junge Menschen weitergeben zu können, besuchten uns vier Experten des Kreisseniorenrates aus Rastatt. Beim Durchlaufen mehrerer Stationen merkten wir, wie schwer es ist,  den Alltag als gealterter Senior zu bewältigen. Zunächst probierten wir die so genannten „Schmerzsocken“.  Diese hatten Perlen an der „Sockensohle“. Allein schon ein paar Schritte taten an den Füßen so weh, dass wir uns gar nicht vorstellen konnten, den ganzen Tag so herumzulaufen. 

Danach durften wir eine Brille aufziehen, die uns das Sehen deutlich erschwerte und uns somit im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen führte, wie alte Menschen die Umwelt nur noch eingeschränkt wahrnehmen können. Das Lesen eines Telefonbuchs bereitete schon große Schwierigkeiten.  

Besonders beeindruckt waren alle Teilnehmer von einem Anzug, der als  Simulator die Gebrechen älterer Menschen nachstellen konnte. Darin konnte man die Kniegelenke nicht mehr bewegen und ein unechter Arm zog jeden Träger an diesem Alterssimulationstag zur Seite. Dazu trugen wir noch Ohrenschützer, durch die alles sehr gedämpft und unverständlich klang und wieder eine Brille, durch die man nur äußerst schlecht sehen konnte.  

 

Als wäre das Laufen an sich nicht schon schwer genug, sollten wir noch Treppen steigen. Wer nicht hinfallen wollte, musste seinen Blick auf die Treppe richten, die Kante mit dem Fuß ertasten. Doch die wichtigste Handlung durfte nie vergessen werden: Ganz fest am Geländer halten.  

Die Tatsache, dass man die Kniegelenke nicht bewegen konnte, erschwerte es nur noch. Als wir es endlich nach unten geschafft hatten, eröffneten uns die Betreuer vom Kreisseniorenrat, dass wir wieder hoch müssten. Nachdem wir wieder oben waren, schlüpften wir aus den Anzügen, um als nächste Station verschiedene Gehhilfen auszuprobieren. 

 

Natürlich nutzten wir die Hilfen, wie z.B. den Rollstuhl, nicht nur um zu schauen, wie es den alten Menschen ergeht, sondern auch für Wettrennen und um Spaß zu haben. Trotzdem haben wir verstanden, dass es keineswegs ein  Spaß ist,  jeden Tag auf einen Rollator, einen Rollstuhl, einen Gehstock oder Krücken angewiesen zu sein.

Wir danken den vier Experten vom Rastatter Kreisseniorenrat, dass sie uns die Gelegenheit gegeben haben, diese Erfahrungen  zu machen.  

Nach diesem ungewöhnlichen Erfahrungsunterricht, eine sehr nützliche Vorbereitung auf das bevorstehende Sozialpraktikum im Mai, verstehen wir viel besser, was es bedeutet, alt zu sein. Wir werden z.B. in Zukunft sicherlich alle mehr Rücksicht auf ältere Leute nehmen,  die fürs Treppensteigen zwangsläufig länger brauchen als wir Jugendliche.

Text: Merve Aydin und Anne-Kathrin Hermann (beide 8a)

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R. Wagner / O. Frietsch                        Fotos: S. Müller/J. Ahrens/A. Götz             Web-AG: Sandra Pannier, Melanie Lang