„De Hämme“, alias Helmut Dold, gastierte in unserer Schule

Wer rettet den Wurstsalat?

  

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Den typischen Badener mit all seinen Facetten und kleinbürgerlichen Besonderheiten lernten die zahlreichen Besucher beim Gastspiel von Helmut Dold, besser bekannt als „De Hämme“, in unserer Schule näher kennen. Der Förderkreis der Realschule veranstaltete mit dem Entertainer und ausgebildeten Jazzmusiker aus Lahr einen  kurzweiligen Comedyabend mit viel Selbstironie, Wortwitz, Musikalität und badischer Lebensweisheit. 

Der leitende Rektor unserer Realschule, Claus Achenbach, begrüßte in launigen Worten mit dem Original aus der Ortenau, der mittlerweile durch Radio und Fernsehen über die Region hinaus seine Fangemeinde besitzt, einen überzeugten Vertreter der badischen Heimat und Kultur.

Mit der Vorstellung  „Ich bin de Hämme von Kuhbach“ outete sich der in den badischen Landesfarben Gelb und Rot auftretende Komödiant aus dem Lahrer Stadtteil als bodenständiger Mitbürger, der „granategescheid“ den Badener als „De Griebe uff’m Schmalzbrot“ versteht. 

Beeindruckend kombiniert Dold seinen humoristischen Auftritt mit seiner studierten Musikalität als Trompeter. Jeder Besucher ahnte  die Tatsache, dass zu Beginn seiner Karriere die Ausbildung der klassischen Trompete an der Musikhochschule Freiburg stand. Immer wieder stehen in seinen Sketchen die kleinbürgerlichen Merkmale  seiner Kuhbacher Bekannten im Mittelpunkt. Die „Schelle-Trudl“, „De Schorsch“ oder „Erwin, der Jäger“ sind Figuren, die als badische Originale beim Publikum auf großes Verständnis stoßen. Weil immer häufiger die Restaurantbesitzer aus Südeuropa auch bei uns den Ton angeben, verlangt de Hämme eine Rückkehr zur badischen Bodenständigkeit, indem er als Gründer und Präsident eines  Ortenauer Vereins  zur Rettung des landestypischen Wurstsalats aufruft. 

Hocherfreut und begeistert reagierten  die  in der Aula der Realschule mitgehenden Zuschauer und Zuhörer auf die sehr detaillierten Lokalkenntnisse des Lahrer Entertainers. Die Gemeindeverwaltung in Rheinmünster, die umstrittene neue Turnhalle, Rivalitäten zwischen den Rheinmünsteraner Ortsteilen oder die personelle Ausstattung der Schule im Ortsteil Schwarzach wurden zur Freude der Anwesenden in die Programmpunkte treffend eingebaut. Kesse Sprüche zur Rolle der Frau fielen Dold immer dann ein, wenn er mal wieder seine Ehefrau, die ihn am Mischpult begleitete, in den Vordergrund rückte.  So stehen schnell einmal 80 Kuhbacher Ehefrauen laut ihren Ehegatten zum Tausch bereit oder für eine unliebsam gewordene  Ehefrau wird ein Luxusauto spendiert. Frauenfeindlich ist der Lahrer jedoch nicht, war er doch in jungen Jahren,  nach eigener Aussage,  im Schuttertal ein bekannter „Tanzbär“, der den jungen Frauen den Kopf verdrehte. Das breite Repertoire des Musikvirtuosen kennt viele Musikrichtungen. Blues, Bar-Musik, Swing, Jazz, Evergreens aus der Karibik oder eine Polka sorgten bei den Zuhörern für große Begeisterung, zumal Helmut Dold auf unverkennbare Art und Weise seine musikalischen Fähigkeiten mit dem Wortwitz eines Hofnarren verknüpfen konnte. Bei den vielen Zugaben, die vom Publikum stürmisch gefordert wurden,  bot Dold eine bemerkenswerte Cover-Version als Hommage an den unvergesslichen alemannischen Liedermacher René Egles aus dem Elsass. „Im Babbe sine Schlappe“ animierte am Ende eines vergnüglichen Kabarettabends in der Aula der Realschule Rheinmünster zum Mitsingen der hoch erfreuten Gästeschar.  

Ein besonderer Dank geht an die aktiven Mitglieder des Förderkreises, die an diesem Abend die Verköstigung der Besucher übernommen hatten. Hausmeister Andreas Dinger sorgte für eine perfekte Bühne mit professioneller Beleuchtung – herzlichen Dank.

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R. Wagner / O. Frietsch /Rainer Meier    10/2011                                Fotos: Wagner