Erkundung im Bereich Geschichte und EWG – Burgruine Yburg / Golfverein  Baden-Baden

Lehrerkollegium Rheinmünster auf „Studienfahrt“

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Am Ende des Schuljahres unternehmen traditionell  viele Klassen Lerngänge, Studienfahrten, Exkursionen, Besichtigungen, Ausflüge und Wanderungen. Was liegt näher  als die Tatsache, dass diesbezüglich das Lehrerkollegium unserer Schule nicht nachstehen darf?

Unter der Federführung der Lehrkräfte Angela Sievert, Tobias Dresel und Andreas Götz erkundeten deshalb das Kollegium unserer Schule, einschließlich Sekretärin und Hausmeister, zur Mitte des Monats  Juli unsere nähere Heimat unter zwei Aspekten: Zusammenarbeit Schule/Wirtschaft und Spuren der  Heimatgeschichte.

Damit wir den Lerngang mit dem Besuch der Golfvereinsanlage Baden-Baden und den Aufstieg zur Zähringer Burganlage Yburg  überhaupt meistern konnten, organisierten die „drei  Federführer“  am  Baden-Badener Petersee, einer  Scharte zwischen Fremersberg und Korbmattfelsengebiet, ein sehr reichhaltiges Picknick mit Fingerfoodstückchen.

Dass der ehemalige Steinbruch am See ein ideales Gebiet zur Erklärung der Rheingrabenverwerfung darstellt, merkten die meisten Wanderer (unter  denen auch pensionierte, ehemalige Lehrer waren) spätestens in dem Augenblick, als die Steilwand des Sees geologisch erklärt wurde.

Heinrich Sievert, gelernter Agraringenieur mit Hochschulabschluss der Uni Hohenheim, stellte uns das Unternehmen Golfsportanlage Baden-Baden vor. Der Ehemann unserer MuM-Fachlehrerin A. Sievert ist leitender Head-Green-Keeper des Unternehmens Golfsport Baden-Baden,  einem der ältesten Golfvereine Deutschlands, der seine Tradition bis ins Jahr 1901 zurückverfolgen kann. Seine fachkundigen Erklärungen und Darstellungen stießen auf großes  Interesse und viel Aufmerksamkeit. 

Allein die Pflege und Instandhaltung einer 18-Loch-Anlage erfordern  sehr viel Wissen und Erfahrung, gepaart mit Einsatzfreude und Fingerspitzengefühl. Rund 700 Mitglieder, die einen stolzen Jahresbeitrag  leisten, wollen eine vorbildliche Anlage bespielen. Wir wissen nun Bescheid über: Par 4, Birdy, Putgreen, Fairway, Driving Range und Vierer Eisen! Interessant auch die Tatsache für die EWG-Lehrer, dass der Golfclub als Arbeitgeber und Ausbilder Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Natürlich durfte die Praxis nicht fehlen: Einmal Golfkurs für Anfänger! Wer trifft überhaupt den kleinen Ball? Wer lässt den Ball in den Gebüschen verschwinden? Wer schafft die 100-Meter-Marke? 

Nachdem auf der Anlage keine sichtbaren  Schäden durch  Schwarzacher Besucher  sichtbar wurden, bedankte sich unsere Schulleitung mit Herrn RKR Achenbach am Ende einer sehr interessanten und amüsanten Erkundung bei Heiner Sievert für seinen ausgezeichneten Vortrag zum Thema Golfsportanlage Baden-Baden.

Teil 2 der Exkursion bedeutete den Anstieg zur Yburg  über die Korbmattfelsenhütte  bzw. Batschari-Hütte. Nach ca. 1 ½ stündigen, schweißtreibenden Aufstiegs durch den Baden-Badener Forst erreichte unsere „Klostertruppe“ noch rechtzeitig vor einem einbrechenden Wolkenbruch die alte Zähringerburg auf dem Yberg-Grat. Die Entstehungsgeschichte geht ins 12. Jahrhundert zurück. Später übernahmen die Markgrafen von Baden als Lehen  die Höhenburg mit dem unvergleichlich guten Rundblick über Nordschwarzwald und Rheinebene, insbesondere auch zu den benachbarten Anlagen Burg Windeck und Alt-Baden oberhalb der Baden-Badener Weststadt. Im Laufe der Jahrhunderte musste die Burganlage zahlreiche Zerstörungen (Bauernkriege, Pfälzischer Erfolgekrieg) über sich ergehen lassen; was noch übrig blieb, entwendete man dann auch noch  als Brückenbaumaterial  ins Tal nach Neuweier. Aber auch Einwirkungen der Natur, wie Blitzschlag, Sturm und Hagel ließen die Yburg zu dem werden,  was sie heute ist: Eine sehr schöne Burgruine auf einem markanten Höhenzug. Nachdem alles Geschichtliche verarbeitet  und ein mittelalterliches Minnelied vorgetragen war, konnte zum „Burgschmaus“ übergegangen werden, zumal die Kräfte für den Rückmarsch wieder aufgefrischt werden mussten.

Als  auch die Wetterlage auf positiv umschaltete, konnte Realschulkonrektor  Claus Achenbach bei  tiefstehender Sonne in seinen Dankesworten festhalten, dass  die Schulgemeinde der Realschule Rheinmünster einen fröhlichen, lehrreichen und pädagogisch interessanten Lerngang erleben durfte. Der besondere Dank galt natürlich den Organisatoren um Sievert, Dresel und Götz.

Liebe Angie, lieber Tobias und lieber Andreas,

auch vom PENNEBLÄDDL-Lehrer vielen herzlichen Dank für euer Engagement, das uns einen ganz tollen Nachmittag in unserer näheren Heimat bescherte. Abseits des schulischen Alltags haben wir sicherlich mit eurem Lerngang wieder Ideen, Kraft und Einsatzfreude schöpfen können.

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ext: R. Wagner / O. Frietsch;                Fotos:  RS Rheinmünster;                 Web-AG: Jan Agner;             7/2012