Tourneetheater „Weimarer Kultur-Express“ erneut zu Gast

„Mobbing - wenn Ausgrenzung einsam macht“

 

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Die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen der Realschule Rheinmünster sahen an diesem Schulvormittag in der Schwarzacher Festhalle ein Zwei-Personen-Stück mit dem Titel „Mobbing - wenn Ausgrenzung einsam macht“. In dem etwa 90minütigen Theaterstück wurden viele Aspekte zum Thema vor Augen geführt und somit bewusst gemacht. Eine Besonderheit an diesen Stück: unsere Schülerinnen uns Schüler wurden von den beiden Schauspielerinnen immer wieder in ihr Spiel eingebunden.  

 

Zur Geschichte:

Alles beginnt ganz harmlos – ein neues Schuljahr, eine neue Klassenkombination und somit auch neue Mitschüler. Zwei Mädchen, Laura und Franziska, beide sehr gut in der Schule, müssen sich von nun an eine Schulbank teilen.

Schnell wird deutlich, dass die beiden Mädchen unterschiedlicher kaum sein könnten. Franziska ist offen, wirkt selbstsicher und hat immer lautstark etwas zu erzählen. Laura hingegen scheint  verunsichert, fast verschüchtert zu sein und ist verschlossen, ihr größtes Hobby: die Schule.

Im Laufe des Stücks erfahren wir, dass beide aus ganz unterschiedlichen Elternhäusern kommen. Franziskas Eltern scheinen sich nicht für ihre Tochter zu interessieren, sie bekommt keine Grenzen, aber auch keine Anerkennung. Lauras Eltern hingegen sind überfürsorglich, so dass Laura nie „ihren Mann stehen“ musste.  

Nach anfänglich harmlos wirkenden Foppereien, eskaliert die Situation bei einer gemeinsamen Arbeit an einem Biologieprojekt. Was zuerst wie kleine Neckereien aussah, entpuppt sich schließlich als echter Psychoterror. Anfangs landet die Jacke von Laura im Mülleimer und keiner war es, am Ende wird sie heimlich aufgenommen, fotografiert und damit im Internet bloßgestellt.

Laura scheint unter dem Druck immer mehr zu leiden, der SMS – Terror gibt ihr letztendlich den Rest, sie zieht sich zurück.  

Die Wende tritt erst ein, als Laura den Beweis für Franziskas Schuld in den Händen hält, sie beginnt sich zu wehren und will die Polizei einschalten. Hier endet das Theaterstück offen, beiden Mädchen wird bewusst, dass es so nicht weitergehen kann.

Viele Fragen haben sich in dem Stück aufgetan: Warum machen manche Leute andere fertig? Was lässt Menschen zum Opfer von Mobbing werden? Wieso wehren sich Opfer nicht früher? Was kann man gegen Mobbing und Cyber-Mobbing tun? Was kann man als Außenstehender tun?

In einer anschließenden Gesprächsrunde antworten die beiden Schauspielerinnen auf die Frage: „Warum gibt es kein echtes Ende?“ folgendermaßen: „Wir wollten mit Absicht ein offenes Ende. Es gibt eben nicht die eine richtige Lösung.“ Die Schülerinnen und Schüler durften nun eigene Ideen einbringen, wie es hätte weitergehen können. Außerdem blieb Zeit für Fragen jeglicher Art, die von den Schauspielerinnen geduldig beantwortet wurden  

So endete ein etwas anderer Schulvormittag informationsreich, nachdenklich und mit einigen Gedankenanstößen.  

 

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Text: S. Edenborn, Fotos: O. Friesch, Web-AG: Teresa Kohler, 11/2011