„Novemberlicht“ an der Realschule Rheinmünster:

Jean-Pierre Albrecht und Paul Güde gestalten Veranstaltung

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„Es ist ein Abend, an dem man babbeln kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist“, begrüßte Schulleiter Nikolaus Krippl die zahlreichen Besucher in der von der Sekretärin Sybille Kistner adventlich geschmückten Aula. Für die Bewirtung sorgte an diesem Abend der Förderkreis der Realschule.

Leise und melodisch eröffnete Albrecht den Abend auf der englischen Zither. Überhaupt zeigte er an diesem Abend sein musikalisches Talent auf verschiedenen, teilweise uralten Instrumenten. Vom „schmale Büble“ der Anfangszeit des Novemberlichtes hat er sich inzwischen zu einem „stattlichen, umfangreichen“ Musikant entwickelt, wie Paul Güde seinen Mitstreiter vorstellte.

Stets humorgetragen, aber auch immer wieder mit einer ernsthaften Pointe erzählte Güde seine Geschichten – teils wahr, teils etwas gemogelt, doch stets zur Freude und Belustigung der Zuhörer. so auch die Geschichte vom Kriegsheimkehrer „Otto“ oder von „Gustav“, der ihn lehrte, „nimmer alles könne zu wolle“. „Missverständnisse gibt es überall, und man sollte nicht so nachtragend sein“, lernte Güde von seinem polnischen Erntehelfer „Jurek“.

Nach der Pause wurde es noch ein Stück romantischer und nachdenklicher, obwohl – wie Güde bemerkt hatte – der Zauber der Weihnacht meist in der Erinnerung liegt. Die gemeinsame Kultur der Badener und Elsässer kam immer wieder zum Tragen, so in der Geschichte vom „Esele“, der „hiwwe und driwwe“ den Heiligen Nikolaus begleitet. Auch das „Christkindele“ ist links und rechts vom Rhein bekannt.

Paul Güde amüsierte mit der Geschichte vom „Lorle“, seiner Zwergeseldame mit „fast erotischen Ohren“, die bis zum dritten Stock eines Wohnhauses stieg und unter anderem Cognac-Bohnen liebte.

„Hons Trapp, warum bisch so bös?“, fragte Albrecht in einem Lied, doch die „Winachtsbredle in der Lad uffm Tisch“ machten ihm neuen Mut. Tränen lachten die Besucher, als Güde die Geschichte vom „Christbaum“ erzählte, den der eigene Sohn zum Schutz vor Diebstahl mit Mistlach geschützt hatte. Er hatte dabei überhört, dass die Mistlachfuhre eigentlich in einem anderen Waldstück abgeladen werden sollte. Erheiternd auch die von Albrecht musikalisch vorgetragene Geschichte vom „Miesele“, das ja auch Weihnachten mit seinen Kindern feiern wollte.

Bei den von Albrecht frei gedichteten und komponierten „Vier Jahreszeiten“ sangen die Besucher den Refrain mit und verabschiedeten die beiden Darstellern mit begeistertem Applaus. Die Besucher hatten eine rundum gelungene Veranstaltung erlebt, die gekonnt in einen besinnlichen Advent einstimmte.

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Krippl/Reif/Regenold; WEB-AG: Julian Lebherz/Florian Burkard 12/2008