Realschule Rheinmünster empfängt Delegation aus Peru

Nach 26 Jahren neue Partnerschaft mit Colegio Fe Y Alegria No. 37 bei Lima besiegelt

 

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Die peruanischen Schüler Luis Angel Aguado Yovera und Neyeli Luz Chuco Quispe, Schulleiterin Hermana Gloria Liz Selma Veramendi Espinoza, Realschulrektor Rolf Schemel, stellvertretender Schülersprecher Tugay Balbay sowie die Schüler Luca Seiler und Luana Malhotra von der Klasse 6c.


Jedem Ende wohnt auch ein Neuanfang inne – den Wahrheitsgehalt dieser Lebensweisheit durfte am Freitag vor den Herbstferien die Realschule Rheinmünster erfahren. Nachdem der Kontakt zur bisherigen Partnerschule Colegio Estatal Cesar Valejo in Chancay aufgrund dortiger personeller Veränderungen nach 25 Jahren abgebrochen war, konnte an der Schwarzacher Realschule nun die Partnerschaftsurkunde mit einer neuen peruanischen Bildungsstätte unterzeichnet werden.

Neben einer Delegation von Schülern, Rektorin und Kirchenvertretern aus dem südamerikanischen Land konnte Rektor Rolf Schemel zahlreiche Ehrengäste im Foyer begrüßen, darunter den Landtagsabgeordneten Tobias Wald sowie Manuel Barale und Wilfried Woitschek von der Erzdiözese Freiburg, Anton Meier vom staatlichen Schulamt Rastatt und Gemeindepfarrer Rolf Stehlin.

 


Vertragsunterzeichnung

Vertragsunterzeichnung

Publikum

 

Der Kontakt mit der neuen Partnerschule, dem Colegio Fe Y Alegria No. 37 in San Juan de Lurigancho bei Lima, war über den ehemaligen Rektor der Schwarzacher Realschule, Nikolaus Krippl, zustande gekommen. Er hatte sich mit dem Wunsch der Schwarzacher Realschule nach einer neuen Partnerschaft an das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg, Referat Weltkirche, gewandt, da die Erzdiözese bereits seit Jahrzehnten enge Verbindungen mit dem Land Peru pflegt.

Karl Bechtold, ehemaliger Lehrer an der Realschule und Initiator des nun fast 27-jährigen Peru-Engagements der Schule, blickte in seiner Ansprache auf die Geschichte der engen Bande seiner ehemaligen Wirkungsstätte mit Peru zurück: Die bereits Ende der 80er Jahre bestehende Verbindung zwischen Pater Wieland vom ehemaligen Pfarrverband Sinzheim/Rheinmünster und dem Pater der Kirchengemeinde Chancay wollte Karl Bechtold nicht auf rein kirchlicher Ebene belassen, sondern auch auf seine Schule übertragen. Die Idee einer transkontinentalen Partnerschaft sei von der damaligen Schulleitung, dem Kollegium und der Elternschaft sofort mitgetragen worden, sodass im Jahre 1989 schließlich der „Startschuss“ gegeben werden konnte. So wurde der jährliche Peru-Tag im November eingerichtet, der mittlerweile im Umfeld der Schwarzacher Realschule fest in den Köpfen verankert sei - und der in diesem Jahr am 20. November seine 27. Auflage erleben wird. Im Rahmen dieser Verbindung zwischen Rheinmünster und Chancay habe stets das Wort „Partnerschaft“ im Zentrum gestanden – eine freundschaftliche Verbindung auf Augenhöhe, die für beide Seiten aus Geben und Nehmen bestanden habe.

 


Die Schulleiterin der peruanischen Schule

Ein Logo unserer Schule für Peru

Ein Kruzifix aus Peru für unsere Schule

 

Auch Rektor Rolf Schemel hob in seiner Ansprache hervor, dass es bei der neuen Partnerschaft ebenfalls keine Geber-Nehmer-Hierarchie geben solle, sondern durch die freundschaftlichen Bande „zwei verschiedene Länder einander näher gebracht werden und Menschen, die sich kennen lernen wollen, verbunden werden sollen.“ Schemel verwies auf die aus Kokosseilen geknüpfte Hängebrücke, die von Schülern der Realschule vor vielen Jahren in Anlehnung an die Inca-Brücke über den Fluss Apurimac in Peru geknüpft worden war, und die nun als Symbol für die beiderseitigen partnerschaftlichen Beziehungen den Lichthof der Realschule ziert. Der Schulleiter betonte, dass er auf eine langjährige beidseitig erfolgreiche Beziehung zum Colegio Fe Y Alegria No. 37 hoffe und erklärte, dass an der Realschule nun ein achtköpfiges Peru-Komitee gegründet worden sei, um der neuen Partnerschaft ein personenunabhängigeres Fundament zu geben.

 


Der Scheck der Klasse 6c

Die Bläserklasse 6b unter Simon Huck

Gastgeschenk

Die Catering-AG

 

„Es ist für uns ein Segen, dass wir deutschen Boden betreten dürfen, dass wir uns kennenlernen dürfen, eine Verbindung schmieden und einen Pakt der Freundschaft schließen dürfen, sagte Hermana Gloria Liz Selma Veramendi Espinoza, Schulleiterin des Colegio in Peru. Die Schulleiterin und zwei ihrer peruanischen Schüler werden im Anschluss an ihre Delegationsreise noch für drei Tage den Schulunterricht in Schwarzach begleiten. Nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wurden zahlreiche Geschenke ausgetauscht. Für Überraschung sorgte die Übergabe eines Schecks über 120 Euro durch die Schüler Luca Seiler und Luana Malhotra von der Klasse 6c. Sie hatten im Vorfeld Pfandflaschen gesammelt. Die peruanische Delegation, unter ihnen auch der Erzbischof von Huancayo, hatte Schulwimpel, Anstecknadeln mit Schullogo, Schulmützen und ein selbst gefertigtes Kruzifix im Gepäck und die Schwarzacher Schule hatte eine Kuckucksuhr und ein selbst gefrästes Schullogo übergeben. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Bläserklasse 6b, welche von Simon Huck dirigiert wurde. Für das leibliche Wohl sorgte die Catering-AG unter Anleitung von Angie Sievert.

 

Das Schullogo des Colegio Fe Y Alegria No. 37

 

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Text / Foto: Katharina Ziegler, Web-Publishing: O. Frietsch, 11/2016