Qualitätssiegel für die Realschule Rheinmünster – Schulentwicklung wurde ausgezeichnet

Bildung mit qualitätszentrierter Schulentwicklung

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Eine besonders hohe Auszeichnung erhielt zum Ende des Schuljahres unsere Realschule. Das bundesweit präsente Unternehmen MTO – Mensch-Technologie-Organisation, das in enger Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg bezüglich einer effizienten Schulentwicklung steht, verlieh uns in einem feierlichen Akt das Qualitätssiegel QZS, für unsere hervorragende, qualitätszentrierte Schulentwicklung in den letzten fünf Jahren. Das Siegel besitzt eine dreijährige Laufzeit und muss danach erneut überprüft werden. Unsere Schule somit die erste öffentliche Bildungseinrichtung im Schulamtsbezirk, die sich mit dem besonderen Qualitätsnachweis, der vom Kultusministerium und dem Arbeitsgeberverband begleitet wird, schmücken darf.

„Wir alle haben eine Verantwortung, damit das miteinander Leben, Lehren und Lernen an unserer Schule möglichst gut gelingt und uns auch Freude bereitet“ lautet der veröffentlichte Schulethos unserer Realschule. Damit dieser Anspruch auch in Zukunft im Blickfeld aller am Schulleben Beteiligten haften bleibt, entschloss man sich in der Schulleitung und im Kollegium dazu, an der Einführung, Durchführung und Dokumentation von

Qualitätsmanagementverfahren für eine Schule teilzunehmen. Die neuen Herausforderungen, so Rektor Nikolaus Krippl in seinem kurzen, geschichtlichen Rückblick bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, habe die Schulleitung und das vom „Schwarzacher Schulgeist“ geprägte Kollegium frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Bildungseinrichtungen werden zunehmend selbstständiger, entwickeln ihr eigenes Profil und müssen sich eigenen und fremden Überprüfungen ihrer Managementfähigkeiten stellen. Öffentliche Schulen müssen in Zukunft ähnliche Strukturen aufbauen, wie sie die freie Wirtschaft seit Jahren eingeführt hat.

(Einen Abdruck der gesamten Rede finden Sie unter dem Bericht.)

 

Die Qualitätszentrierte Schulentwicklung (QZS) begleitet die Schulen in Baden-Württemberg nach Wunsch bei der Bewältigung dieser Herausforderungen und hilft den Bildungseinrichtungen die anfallenden Aufgaben zur systematischen Schulentwicklung gewinnbringend umzusetzen. „Somit werden die Schulen in ihren Kernaufgaben Bildung und Erziehung optimal unterstützt“, stellte Diplompsychologe Karsten Hammer als Vertreter von MTO und Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft fest.

Schulrat Anton Meier, der in der Funktion als Konrektor beim Startschuss zur Qualitätssicherung an seiner ehemaligen Schule selbst maßgeblich beteiligt war, zeigte sich als Vertreter der Schulaufsicht erfreut über die Tatsache, dass die Realschule Rheinmünster als öffentliche Bildungseinrichtung bezüglich einer innovativen Bildungsoffensive eine Vorbildfunktion einnimmt, der in den kommenden Schuljahren weitere Bildungseinrichtungen folgen können.

Das vom Kollegium unserer Realschule erarbeitete Qualitätsmanagementhandbuch wird zu Beginn des kommenden Schuljahres seinen Feinschliff erfahren und im Herbst veröffentlicht werden. „Unsere Schule, die ein solches Qualitätsleitbild erarbeitet hat und dafür eine Auszeichnung erhält, kann sich getrost in Zukunft einer Fremdüberprüfung seiner Leistungsfähigkeit stellen“ betonte ein sichtlich zufriedener Bürgermeister Helmut Pautler in seinen Grußworten am Ende der Verleihungsveranstaltung.

  Die Urkunde zur Zertifikation


Hier die Ansprache des Schulleiters, Herr Krippl, zur Zertifizierung und der Qualitätsentwicklung an der Realschule Rheinmünster:

" Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Anwesende

An dem heutigen Tag darf ich einen kurzen Rückblick darüber geben, wie unsere Schule sich mit Schulentwicklung in den letzten Jahren beschäftigt hat und letztlich auf die Idee kam, das Verfahren QZS aufzugreifen und es als Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Schule zu machen.

Schule hat sich immer entwickelt und entwickelt sich auch ohne große Untersuchungen  immer irgendwie weiter, aber es stellt sich dabei natürlich die Frage: in welche Richtung?

Unsere Schule hat sich seit ihrem Bestehen durch innovative Lehrkräfte und für Neues offene Schulleitungen so entwickelt, dass sie in der näheren Umgebung viele Wertschätzung und Anerkennung erfährt.

Der „Geist von Schwarzach“ beruhte bis vor einigen Jahren auf einem nicht schriftlich fixiertem Grundkonsens innerhalb des Lehrerkollegiums und der Schulleitung. Diesen Grundkonsens wollten wir auch für die Zukunft der Schule erhalten, deshalb war es notwendig, sich auf den Weg einer schriftlichen Fixierung unserer Schulentwicklung zu machen.

Im März 1999 starteten wir mit einem Pädagogischen Tag mit dem Thema „Schulentwicklung“ und beschäftigten uns mit den positiven und negativen Seiten unseres Schullebens. In Kleingruppen wurden dann konkrete Ziele benannt und ihre Umsetzung geplant. Viele der damals genannten guten Ideen kamen nicht zustande, weil die personellen und zeitlichen Ressourcen nicht vorhanden waren. Wir mussten bald erkennen, dass gute pädagogische Ideen und Ansätze häufig an den vorhandenen Mitteln scheitern.

Im Jahre 2000 standen die Diskussionen um einen gemeinsamen pädagogischen Grundkonsens im Vordergrund und mündeten in einigen Beschlüssen zur Schulordnung. Ein ABC der Realschule Rheinmünster wurde erstellt, das allen neuen Lehrkräften der Schule einen Überblick über die wichtigsten schulinternen Absprachen bietet.

2002 kam die Idee auf, ein Schulprogramm zu entwickeln, da im Lehrerkollegium ein Generationenwechsel bevorstand und die Grundlagen der bisherigen guten pädagogischen und fachlichen Arbeit erhalten bleiben sollten. 2003 und 2004 wurde dieses Programm von allen Gremien diskutiert und bearbeitet und letztendlich verabschiedet.

2003 entwickelte eine Vorbereitungsgruppe (Fr. Wurster, Fr. Kob, Herr Hensel und Herr Meier) unser Methoden- und Sozialkompetenz-Training, das mit Sicherheit vielen Schulen inzwischen als Grundgerüst für ihr Methodentraining diente und dient.

2005 wurde vom Landesinstitut für Schulentwicklung im Rahmen der Einführung des neuen Bildungsplanes der Orientierungsrahmen zur Schulqualität vorgelegt und die Schulen aufgefordert, sich mit Evaluation im System Schule zu beschäftigen. Inzwischen wurde das Schulgesetz des Landes Baden-Württemberg so ergänzt, dass alle Schulen zur Evaluation ihrer Arbeit verpflichtet wurden.

Auf der Suche nach einem Unterstützungssystem für das Qualitätsmanagement stießen wir auf den „blauen Ordner“ und den Begriff QZS der Firma MTO. Was sich hinter dem blauen Ordner und dem Begriff QZS verbirgt wird Ihnen gleich Herr Hammer von MTO näher bringen. Wir haben uns 2007 entschieden, mit einer Steuergruppe die Qualitätsentwicklung an unserer Schule voranzubringen.

Diese Steuergruppe bestand damals aus Frau Hübner, Wurz-Schmidt, Herrn Frietsch, Herrn Meier und meiner Person, nachdem Frau Hübner Richtung Basel zog und Herr Meier Schulrat wurde, wurde das Team durch Herrn Koch und Herrn Herrmann ergänzt.

Die Gruppe traf und trifft sich regelmäßig, die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen kann man gar nicht hoch genug einschätzen, denn offiziell gibt es dafür keine finanziellen Zuwendung oder Deputatsverringerung. Es soll, wie so vieles in den Schulen, so nebenher erledigt werden. Dies funktioniert aber nicht, deshalb gibt die Schulleitung auch insgesamt 5 Std. ihrer Anrechnung an die Gruppe weiter, um so eine kleine Honorierung anbieten zu können. 

Was wurde dabei seit 2007 geleistet?

Wir haben eine sehr umfangreiche Befragung zum Schul- und Klassenklima durchgeführt und die daraus gewonnenen Einsichten konkret umgesetzt. Wir haben das Qualitätsleitbild unserer Schule schriftlich fixiert und nach der Besprechung in den Gremien wurde es verabschiedet. Die Firma Dow hat uns dabei ideell und materiell unterstützt. Wir arbeiten zur Zeit noch am Qualitätshandbuch der Realschule Rheinmünster, das die organisatorischen Strukturen und Abläufe darstellen soll, um allen am Schulleben Beteiligten einen raschen Überblick über unsere Schule ermöglichen. Dies soll, auch wenn es sich zunächst nach sehr viel Arbeit anhört,  letztendlich allen  Arbeitserleichterung bringen.

Die Handbremsen jeglicher Schulentwicklung bestehen jedoch nach wie vor – es ist einer Schulleitung in unserem Raum nur in ganz beschränktem Maße möglich auf die Personalauswahl der Schule Einfluss zu nehmen. Alle, die im Dienstleistungsbereich tätig sind, wissen, wie wichtig gerade in diesem Bereich die Personalressource ist. Falsche Personalzuteilungen können einen Schulentwicklungsprozess erheblich behindern.

Ein ähnlicher Hemmschuh ist die eingeschränkte Budgetierung, also das von der Gemeinde für die Schule zur Verfügung gestellte Geld. Gerade in diesem Jahr haben wir Kürzungen von 25 bis 50 % in fast allen Haushaltsbreichen hinnehmen müssen und dies ohne vorherige Absprachen. Auch diese Maßnahmen können einen Schulentwicklungsprozess ganz entscheidend behindern. Wir hoffen indes an unserer Schule, dass wir trotz dieser Hindernisse auf unserem eingeschlagenen weitermachen können.

Wie dies mit QZS geht und was schon erreicht wurde, wird Ihnen nun Herr Hammer von der MTO vorstellen."

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R. Wagner / O. Frietsch      7/2010   Fotos: Wagner