Projekt: Schule ohne Rassismus:

 Theaterstück: Jungfrau ohne Paradies

 

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Am Freitag, den 28.04.2017 haben die achten und neunten Klassen der Realschule Rheinmünster das Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ besucht. Es wurde in der Festhalle in Rheinmünster aufgeführt und war Sieger im Wettbewerb: „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2016.

Das Mannheimer Künstlernetzwerk New LIMES und WIR e.V. entwickelt in Zusammenarbeit mit drei professionellen Schauspieler/-innen und einer Regisseurin das interaktive Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“. Mit dem Stück werden Schüler/-innen und junge Erwachsene für das Thema „religiös begründeter Extremismus“ sensibilisiert.

 

Das Stück erzählt die Geschichte des deutschen Jungen Paul, der sich gesellschaftlich benachteiligt und nicht wahrgenommen fühlt und deshalb Halt im islamischen Glauben sucht. Er durchläuft einen schnellen Radikalisierungsprozess und entscheidet sich dafür, nach Syrien zu reisen, um dort den Kampf des Islamischen Staats zu unterstützen. Pauls Freunde sind besorgt und versuchen einen gemeinsamen Ausweg aus der Situation zu finden. Der Deutsche ist fest davon überzeugt nach Syrien zu fliegen und die „Ungläubigen“ zu töten. Seine Freundin und der Kumpel versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen. An dieser Stelle wurde auch das Publikum gefragt, ob es eine Lösung finden könne. Jeder der etwas sagen wollte, durfte seine Idee zur Lösung beitragen. Am Ende wurde eine Lösung gefunden, um ihn aufzuhalten und Paul zerriss sein Flugticket nach Syrien.

 

Das Theaterspielen wurde als emotionaler Türöffner genutzt, um in der anschließenden interaktiven Workshop-Phase am Dienstag, den 2. Mai 2017, das Thema nachzubereiten.

Hierzu kam als Gast an unsere Schule der 39jährige Mohamed Zakzak. Er kam mit 10 Jahren selbst als Flüchtling aus dem Libanon nach Deutschland, studierte hier und arbeitet als Schulsozialarbeiter in Pforzheim. Er kennt sehr gut die Vorbehalte gegen Flüchtlinge und versucht mit seiner Arbeit Vorurteile abzubauen und die Integration zu stärken.


Der Schwerpunkt des zweistündigen Workshops lag dabei auf der Interaktion und dem Austausch mit den Jugendlichen, in welchem diese ihre eigenen Meinungen hinsichtlich Heldenverehrung, Radikalisierung und Krieg reflektierten und diskutierten. Herr Zakzak beantwortete den Schülern alle Fragen und klärte zudem über den Islam auf. Außerdem erarbeiten die Schüler in Gruppen Lösungsansätze, die verhindern sollen, dass sich Jugendliche radikalisieren. Das Projekt schaffte somit einen innovativen Ansatz, um über Radikalisierungsprozesse von Jugendlichen aufzuklären und deren Entstehung nachzuvollziehen.

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Text/Fotos: T. Seidelmann, Web-Publishing: Leander M. , 05/2017