Besuch Natzweiler-Struthof

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Am Donnerstag, den 17.Juni machten sich die Klasse 9a, 9b und 9c auf den Weg zum nordwestlich von Straßburg gelegenen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Struthof liegt etwa 40km vom Rhein entfernt in den Vogesen.

Wir Schüler fuhren das Konzentrationslager mit gemischten Gefühlen an, da uns schon vor dem Ausflug schreckliche Geschichten erzählt wurden. Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr spürte man auch die Anspannung im Bus, da alles durch den dichten Nebel noch gruseliger und erschreckender wirkte.

Am Lager angekommen, sind wir zuerst zum „Steinbruch“ gelaufen.

Es war für viele anstrengend, da die Straße bergauf ging. Bei der Vorstellung, dass die Gefangenen diese Strecke jeden Tag zurücklegen mussten - ausgehungert und müde, konnten wir das alles schon nicht richtig fassen.

Die nächste Station war der „Galgenplatz“. Hier starben zwar nicht viele Menschen, denn der Galgen sollte nur als eine Art Abschreckung dienen, aber schon allein der Anblick schaffte auch die letzten unwichtigen Gespräche einzustellen.

In der „Krankenstation“ oder besser gesagt „Versuchsstation“ schockierten schon einmal die kleinen Zimmer und vor allem aber der OP-Saal mit dem OP-Tisch, der noch so erhalten ist, wie er auch damals benutzt wurde.

Schon allein der Gedanke daran, wie viele Menschen an diesem Ort qualvoll sterben mussten, schockierte von Station zu Station immer mehr.

Besonders bedrückend fanden wir auch das „Krematorium“. Hier wurden in der Zeit des Nationalsozialismus unzählige Menschen erhängt und anschließend verbrannt, um die Leichen so auf die schnellste Art und Weise zu beseitigen.

Die nächste Station war das „Gefängnis“, mit den engen, kleinen Zellen. Meine Klasse (26 Schüler) stand in einer Zelle und es war ein richtig unangenehmes Gefühl. Allein die Vorstellung, darin mehrere Tage zu bleiben war einfach unbegreiflich.

In einer kleinen Nebenzelle, genannt Hungerblock, diente manchmal auch als Heizofen, wurden ebenfalls Menschen eingesperrt. Immer vier Personen in eine winzige Zelle. Meine Klasse probierte dies aus und sie kamen ganz gequetscht zu dritt hinein und jeder meinte danach, noch eine Person mehr und das für längere Zeit wäre unmöglich.

Wir alle jedoch waren froh, endlich aus den Baracken zu können.

Neben dem Lager liegt das Haus des Kommandanten und ganz in der Nähe die Station „Gaskammer“.

Da diese leider geschlossen war, konnten wir sie nur von außen betrachten, was vielleicht auch gut war, da jedem die Erschütterung anzumerken war, nachdem uns Herr Achenbach die schrecklichen Taten erzählt hatte.

Insgesamt starben über 22 000 Menschen im Lager an den Folgen menschlicher Experimente, Entkräftungen, Hunger, Folterungen, Misshandlungen oder Hinrichtungen.

Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof ist ein Beispiel für die unzähligen Verbrechen, die von 1933-1945 von den Deutschen und anderen begangen wurde.

Wir alle verließen das Konzentrationslager mit verschiedenen Gefühlen. Auf der einen Seite war es sehr interessant zu sehen, was vorher nur im Geschichtsunterricht erzählt wurde, aber auf der anderen Seite ging man mit vielen schlechten, traurigen und schockierenden Erlebnisse nach Hause.

Wenn alle eine Lehre aus dieser Fahrt gezogen haben, dann sicherlich, dass so eine schreckliche Zeit nie mehr kommen darf.

Herzlichen Dank an unsere begleiteten Lehrkräfte,

 Herr Achenbach, Herr Koch und Frau Spettnagel

für die lehrreiche und interessante Lehrfahrt.

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Lorena Hammer 7/2010 Web-AG Lorena Hammer