“The involvement of alcohol is suspected”

Nachdenklich machendes Theaterstück in englischer Sprache zum Thema Alkoholmissbrauch

„And once she’s started, she has another one and another one and another one…“

 

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Die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen waren am Mittwoch, den 14. April eingeladen, sich das englischsprachige Theaterstück „One for the Road – Cowards reloaded“ (deutsch etwa: Noch einen für die Fahrt – Feiglinge nachgeladen) in der Gemeindehalle Schwarzach anzuschauen.

Das Theaterstück behandelte eindrucksvoll die sehr aktuelle Problematik rund um den Alkoholkonsum von Jugendlichen und wollte sowohl über die Schritte hin zum übermäßigen Konsum als auch über die möglichen Folgen desselbigen aufklären und zu denken geben.

Da sowohl die kurze, lebendige Einführung der Darsteller als auch das komplette Stück ausschließlich in authentischem Englisch vonstatten gingen, kamen die Zuschauer zudem in den Genuss eines lebendigen „Sprachbades“ in der Fremdsprache.

Die Story des Stückes liest sich wie folgt: 

„If only I had told Jack that I loved him…“

Die beiden Hauptcharaktere Lucy und Lisa treten allein vor das Publikum und erzählen die Geschichte, wie es dazu kam, dass ihr Freund Jack und andere Mitschüler heute nicht hier sind. Sie werden auch nicht mehr kommen, und Lucy wird Jack auch nie mehr ihre Liebe gestehen können.

 

Das spärliche Bühnenbild mit Würfeln und einer Leiter im Mittelpunkt steht symbolisch für das Spiel mit dem Schicksal beim Besteigen der Sprossen hinein in den unkontrollierten Alkoholkonsum.

Lucy wuchs in einer Familie auf, in welcher der Genuss von Alkohol schon immer zum Alltag gehörte. Nur ein Gläschen Bier oder Wein zum Essen… auch sie greift immer wieder (heimlich) zur Flasche.

Lisa konzentriert sich auf die Schule, wo sie sich Chancen für ihre Zukunft sichern möchte. Sie hat Spaß – auch ohne Alkohol, den sie nicht mag. Außerdem schmecken ihr alkoholische Getränke nicht: „And they’re disgusting anyways!“

Während verschiedener Discobesuche versucht Lucy auch Lisa zu überreden, die besonders unter Jugendlichen beliebten und häufig unterschätzten Alkopops zu trinken.

„C’mon – Everybody drinks them! You’re never gonna get a boyfriend if you only drink orange juice!“

Da die beiden sich immer öfters über das Thema in die Haare bekommen, gibt Lisa nach, obwohl sie weder das Gefühl des Betrunkenseins noch den Geschmack mag.

Auch im weiteren Verlauf des Stückes fehlt ihr dann die Kraft, zu ihrer Meinung zu stehen. Verharmlosung und Gruppendruck tragen ihren Teil dazu bei, dass die Mädchen und ihre Freunde die Leiter Sprosse für Sprosse immer weiter hinaufsteigen: „I can’t say anything, ‘coz the others will just laugh at me!“

Typische Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums werden in dieser Phase des Bühnenstückes thematisiert: Weitertrinken, ohne die Grenze wahrzunehmen („And once she’s started, she has another one and another one and another one…“ ) Ausfallerscheinungen, welche die Mädchen in ihrer Stimmung lustig finden, die aber eigentlich peinlich sind, wechselnde Euphorie („And there’s no problems – just lots to drink…“ ) und Übelkeit („I feel a bit sick!“ ), nachlassendes Erinnerungsvermögen („I just couldn’t remember.“ ) der Verlust der Selbstkontrolle („It was like I was losing control“ ) sowie – in diesem Fall besonders fatal – das völlige unterschätzen von Risiken.

Während einer Party an den Bahnschienen beginnen die Jungs mit Mutproben: Wer bleibt am längsten auf den Schienen, wenn ein Zug naht?

Hierbei geschieht die Tragödie: Vier der Jungs werden vom Zug erfasst und kommen ums Leben.

Spätestens hier war es zu spät umzukehren. Jack ist nicht mehr da und Lucy wird ihm nie mehr ihre Liebe gestehen können. Unwiederbringlich.

Die Mädchen leiden noch lange an den Folgen, haben Albträume, brauchen psychologische Betreuung und machen sich Vorwürfe: Auf welcher Sprosse der Leiter kann man noch umkehren? Welche Sprosse der Leiter ist die, die irgendwann bricht und zum Fall führt?

Durch ihre Präsenz auf der Bühne war den beiden sympathischen Darstellerinnen Eva Lea (Lisa) und Stephanie McKervill (Lucy) die Aufmerksamkeit des mit etwa 180 Schülerinnen und Schülern doch großen Publikums jederzeit gewiss.

 

Im Anschluss an das Stück bestand die Möglichkeit, auf Englisch Fragen jeder Art zu stellen oder über das Thema der Aufführung zu sprechen. Leider wurde diese Möglichkeit vom Publikum kaum genutzt. Vielleicht waren hier doch die Hemmungen zu groß, sich unter so vielen Zuhörern in der Fremdsprache zu äußern?

Dank gilt den beiden engagierten, britischen Schauspielerinnen, die für ein Jahr beim in Krefeld ansässigen „The Flying Fish Theatre“ tätig sind und während dieser Zeit mit dem Stück durch ganz Deutschland touren, wobei sie hauptsächlich vor Schulklassen auftreten. Des weiteren bedanken wir uns herzlich beim Förderkreis der Realschule Rheinmünster, der die Aufführung finanziell unterstützte.

Kontakt:

“The Flying Fish Theatre“

Bubenheimer & Seth GbR

Wilhelmshofallee 63  

47799 Krefeld

Mail: info@tfft.de

Web: www.tfft.de  

 

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O. Frietsch / R. Wagner, 04/2010, Web-AG: Philipp Burkart