„Andorra“ in der Festhalle – Pflichtlektüre 2014 auf der Bühne

 

Rassismus und Vorurteile nehmen ein erschreckendes Ende


Gruppe

 

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Kurz vor den Fastnachtferien konnten unsere Zehnerklassen ein besonderes Theaterstück hautnah erleben. Das Forum-Theater, ein Tourneetheater für Deutschland und Österreich, gastierte mit dem Stück „Andorra“ von Max Frisch in  der  Festhalle in Schwarzach.

 

Für die Klassenstufe 10 bot sich ein willkommener Anlass, die für die Deutschprüfung  Thema 4 ausgewählte Pflichtlektüre neben der  eigentlichen Bearbeitung im Unterricht  auch auf der Bühne zu erleben. Dank der Unterstützung des Förderkreises konnten alle diesjährigen Prüflinge den Stoff in einer 70- minütigen Aufführung verinnerlichen und vertiefen.

 

Das aus fünf Schauspielern bestehende Ensemble um Spielleiter Joachim Holzey konnte die Botschaft des Autors Max Frisch sehr gut ans Publikum heranbringen. Rassismus und Vorurteile in Andorra vernichten Menschenleben. Allerdings muss jeder Zuschauer erfahren, dass mit Andorra keineswegs der Kleinstaat in den Pyrenäen gemeint ist, sondern Andorra überall sein kann – in Deutschland, in Syrien, in Afghanistan oder in Frankreich. Parallelen zum Nationalsozialismus während der Hitlerdiktatur, Frischs Heimatland Schweiz, Judenverfolgung und Judenvernichtung sind nicht zu bestreiten, werden aber direkt vom Autor nicht genannt.

 

Die Hauptperson Andri, leiblicher Sohn des andorranischen  Lehrers Can und einer Senora aus dem Land der „Schwarzen“,  wird durch Lügen und Vorurteile in die  Rolle  des  unliebsamen  Juden  gedrängt. Die Andorraner, die sich selbst als friedliebend, heimatverbunden und weltoffen darstellen, stecken voller rassistischer Vorurteile. Nach der Invasion der „Schwarzen“, ein Nachbarland Andorras, findet die  Tragik  ihren vorläufigen Höhepunkt: Andri wird getötet, Lehrer Can begeht Selbstmord, Andris Schwester Barblin verfällt dem Irrsinn, ein Andorraner  tötet Andris leibliche Mutter mit einem Stein. Außer dem Geistlichen lehnen alle weiteren Personen, z. B. der Wirt, der Tischler, der Soldat, der Geselle und  der Arzt eine Mitschuld in einer späteren Zeugenbefragung ab.

Die Schauspieler, die z. T. in mehreren Rollen auftraten, erhielten von den erkennbar interessierten Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen am Ende einer gelungenen Theateraufführung den verdienten  Applaus.

 

Abschlussgruppe


Wir bedanken uns bei unserem Lehrer Thomas Hermann für die Organisation und

 beim Förderkreis für die wohlwollende Unterstützung eines besonderen Theatervormittags.


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R. Wagner / O. Frietsch            2/2014 Fotos: Wagner