Theatergruppe „Wilde Bühne“ in der Festhalle

Projekt gegen Gewalt und Drogen

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Kurz vor dem Start in die Sommerferien erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 nachdenkliches Theater von der „Wilden Bühne“ aus Stuttgart, eine siebenköpfige Schauspieltruppe, die mit dem Konzept des Forumtheaters Präventionsarbeit im Bereich Gewalt und Drogen leistet. Die Mitglieder im Ensemble wissen um die Themen, die sie kritisch und einfühlsam den Jugendlichen vermitteln, weil sie alle selbst die Suchtproblematik durchlebten.

Die Truppe der "Wilden Bühne"

Die „Wilde Bühne“ konnte im Festsaal von Schwarzach für uns auftreten, da die Landesregierung Baden-Württemberg im Rahmen der „Zukunftsoffensive III – Junge Generation“ die neuen und beispielhaften Projekte der Kriminalprävention mit Zuschüssen fördert. Das Interesse von 184 Schulen in ganz Baden-Württemberg seit dem Startschuss des Präventionsprojektes im Jahr 2002 zeigt deutlich, dass die Aufklärungsarbeit vor Ort in den Bildungseinrichtungen erwünscht und erforderlich ist. So stießen das Landeskriminalamt und die Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden als begleitende Einrichtungen bei den Initiatoren der Realschule Rheinmünster auf offene Ohren für eine spielerische Aufklärungskampagne.

Das zweistündige Programm stellte in drei Spielszenen typische Situationen aus dem Alltag der Schüler dar. Wenn „Die Neue kommt“ konfrontierte die jungen Zuschauer sofort mit der realen Welt im Klassenzimmer. Die Themen Ablehnung, Ausgrenzung oder Verführung zu Mutproben wurden nicht allein zum passiven Konsumieren auf die Bühne gestellt, sondern forderten von den Schülern aktive Stellungnahmen. Das eigene Empfinden, Lösungsvorschläge, alternatives Handeln bis hin zum Umschreiben bestimmter Szenen nach den Wünschen der hoch motivierten Schüler verlangte immer wieder Aktivität und kritisches Begleiten der Spielhandlungen. Einige Freiwillige erklärten sich bereit, ihre Vorstellungen vom Handlungsablauf auf der Bühne vor versammelter Mannschaft einzubringen.

Auflockerungsübung "James-Bond-Pose" "Lukas im Netz" mit einem "Regisseur" aus den Reihen der Zuschauer.

Bei „Lukas im Netz“ erinnerten die Mitglieder des Stuttgarter soziokulturellen Forums an den kriminellen Missbrauch, der durch die modernen elektronischen Mittel, wie Handy und Filmforen im Internet, betrieben wird. Die Hauptperson Lukas wird gegen seinen Willen im Filmforum „YouTube“ bloßgestellt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Sichtlich betroffen suchten die Schüler gemeinsam mit der Diplom-Sozialpädagogin Carina Weirather, die die Szenen erläuternd begleitete, nach Lösungsmöglichkeiten. Die Begegnung mit Gewalttätigkeiten in der Spielszene „Rück’ die Kohle raus“ bildete den Schluss der Aufklärungskampagne der „Wilden Bühne“ aus der Landeshauptstadt. 

Interessierte Zuschauer Die aktiven Teilnehmer aus den Reihen der Schüler

Rektor Nikolaus Krippl zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des theaterpädagogischen Projektes an seiner Schule und stellte fest, dass man „gemeinsam nach Antworten suchen muss. Die Teamarbeit macht uns stark für die Herausforderungen im Schulalltag. Niemand hat es nötig, in Drogen zu flüchten, seine Probleme mit kriminellem Verhalten zu lösen.“ 

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R. Wagner / O. Frietsch             7/2009             Fotos: Wagner