Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt: Zehntklässler mahnen mit lyrischen Texten  

Aus der Vergangenheit lernen,

eine gewaltfreie Welt errichten

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Der 13. November 2011 wurde als so genannter Volkstrauertag auch auf dem Friedhof in Rheinmünster-Schwarzach begangen. Alljährlich gedenken die Gemeindemitglieder an die Opfer der beiden Weltkriege und der Gewaltherrschaft. In diesem Jahr beteiligten sich neben dem Schwarzacher Musikverein wieder zwei Schüler der Abschlussklassen, Jaline Westrich und Steven Fritz (beide Klasse 10b) mit Wortbeiträgen als Vertreter unserer Realschule an diesem Gedenktag.

Bei der sonntäglichen Veranstaltung auf dem Schwarzacher Friedhof, zu der die Gemeinde Rheinmünster, an der Spitze Ortsvorsteher Dieter Brombacher, geladen hatte, standen aber nicht nur die Erinnerungen an die Opfer der beiden Weltkriege und der Gewaltherrschaft im Vordergrund, sondern auch, wie Dieter Brombacher ausdrückliche betonte, die Mahnung an uns selbst, durch selbstkritische Prüfung einen eigenen Beitrag zur Gewaltfreiheit in unserem heutigen Leben zu leisten.  

Luisa Daniel (Klasse 10b), Mitglied im Musikverein Schwarzach, stimmte mit nachdenklichen Worten, die mit der Orchestermusik des Schwarzacher Musikvereins unterstrichen wurde, zur Gedenkfeierstunde in der Einsegnungshalle ein.

Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass junge Menschen, die keinen Krieg und keine Verfolgung erleben mussten, trotzdem bereit sind, eine Feierstunde zum Gedenken an die Kriege vor rund 100 Jahren bzw. 70 Jahren mit zu gestalten. Im Mittelpunkt des Engagements steht nicht allein die notwendige Erinnerung an unsere Vergangenheit, sondern auch der Wille, aus dem Geschehenen zu lernen und eine friedlichere Welt anzustreben.

Jaline Westrich (Klasse 10b) suchte sich einen Text der Halbjüdin Rose Ausländer aus. Ihr Gedicht „Noch bist du da“, eine Betrachtung zur Vergänglichkeit des Lebens, wurde 2007 allen Realschülern in Baden-Württemberg als Prüfungsaufgabe im Fach Deutsch gestellt.  

Steven Fritz (Klasse 10b) entschied sich an diesem Volkstrauertag für „Nähe schenken“ von Annegret Kronenberg. Dieses lyrische Werk geht sehr eindringlich auf die Leittragenden der Kriege ein. Auch die Überlebenden, die noch einmal Davongekommenen, müssen das Elend und die Grausamkeiten von Gewaltherrschaften tragen. 

 

Im Namen der Schule bedanken wir uns bei

Jaline Westrich, Luisa Daniel und Steven Fritz

für ihr Engagement bei der Gestaltung des diesjährigen Volkstrauertages

  Links zu den Gedichten

 „Noch bist du da“ von Rose Ausländer (1938)

„Nähe schenken“ von Annegret Kronenberg (1989)

 

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R. Wagner / O. Frietsch     11/2011   Web-AG: Dominik Ostertag              Fotos: Wagner