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César Vallejo (1892-1938)

Peruanischer Lyriker

Der Peruaner César Vallejo (1892-1938), einer der größten Dichter Lateinamerikas in diesem Jahrhundert, ist in Deutschland bisher kaum bekannt.
In England, Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten hat er seit den sechziger Jahren die gebührende Anerkennung gefunden. Ein Teil seines Werkes entstand sogar in Europa, wo er seit 1921 in Paris lebte und nicht nur engen Kontakt mit den französischen Surrealisten, sondern auch zur außergewöhnlich produktiven Literaturszene im Spanien der zwanziger und dreißiger Jahre pflegte. Im übrigen war sein Werk spätestens seit der zweiten Jahrhunderthälfte wegweisend für alle großen Lyriker spanischer Sprache.

Ein Grund für die zögerliche Rezeption Vallejos in Deutschland mag in der schier unlösbaren Aufgabe der Übertragung liegen, zumal bis 1989 eine kritische Textausgabe des Gesamtwerks fehlte. Vallejo hat mit der poetischen Sprache auf allen Ebenen des Ausdrucks und Inhalts bis an ihre Grenzen experimentiert, wodurch das Verständnis selbst für Muttersprachler äußerst erschwert ist:

Vallejos poetische Sprache berührt unmittelbar durch ihre starke emotionale Kraft und die zutiefst pessimistische Grundstimmung.

Vallejos Lyrik liegt jetzt auch in einer lesbaren und verlässlichen Fassung auf Deutsch vor.

 

César Vallejo: Trilce. / Menschliche Gedichte - Poemas Humanos. / Spanien, nimm diesen Kelch von mir - España, aparta de mí este cáliz. Alle 3 Bände sind herausgegeben von Alberto Pérez-Amador Adam und aus dem Spanischen übersetzt von Curt Meyer-Clason. Aachen, Rimbaud Verlag, 1998.

Beispiel für die Lyrik von César Vallejo

ES GIBT IM LEBEN SO SCHWERE SCHLÄGE

Es gibt im Leben so schwere Schläge ... ich kanns nicht verstehn.
Schläge wie Gottes Zorn. Als ob vor ihnen alles,
das Treibgut jedes Leids,
in den Brunnen der Seele schwemmte ...! Ich kanns nicht verstehn.

Es kommt selten. Aber es kommt ... sie öffnen tiefe Gräben
im stolzesten Gesicht und auf dem stärksten Rücken.
Vielleicht sind sie die Rosse barbarischer Attilas
oder die schwarzen Boten, die der Tod uns schickt.

Sie sind der tiefe Fall des Christus in unsrer Seele,
eines angebeteten Glaubens, den das Geschick beschimpft.
Diese blutigen Schläge sind das Knistern eines
Brotes, das in der Tür des Ofens uns verbrennt.

Und der Mensch ... so arm ... so arm! Er hebt die Augen
wie einer, der eine Hand auf der Schulter fühlt,
er hebt die irren Augen, und alles, was er gelebt hat
staut sich im Schacht des Blicks wie eine Pfütze von Schuld.

Es gibt im Leben so schwere Schläge ... ich kanns nicht verstehn.

Aus: Rose aus Asche, spanische und spanisch-amerikanische Lyrik seit 1900, herausgegeben und übertragen von Erwin Walter Palm, R. Piper & Co. Verlag, München, 1955.

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