Peruaner besuchen unsere Realschule – Pater Antonio aus Chancay in Schwarzach 

Colegio Estatal „Cesar Vallejo“
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Seit 19 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Realschule Rheinmünster und dem Colegio Estatal „Cesar Vallejo“ in Chancay/Peru. Dieser Tage besuchte nun Pater Antonio, der von Anfang an die Kontaktperson zu dieser Schule war, unsere Realschule. Der überraschende Besuch kam auf Initiative von Karl Bechtold, ehemaliger Lehrer an der Schule und Mitinitiator der Partnerschaft, zustande.

Pater Antonio, der für einige Tage in Breisach bei Freiburg Quartier genommen hatte, zeigte sich sehr erfreut über das Empfangskomitee, das aus mehreren Schülern, der Elternbeiratsvorsitzenden Beate Weber und der Schulleitung bestand.

Der ehemalige Schwarzacher Kollege Franz Schmitt stellte sich zusammen mit seiner Frau als Dolmetscher zur Verfügung. Pater Antonio war beeindruckt von den vielen Hinweisen auf die Partnerschaft in der Aula der Realschule, besonders die Hängebrücke setzte ihn in Erstaunen. Während des ausführlichen Gesprächs überbrachte er die neuesten Bilder und multimediales Informationsmaterial von der peruanische Schule. Diese möchte damit dokumentieren, was mit dem übersandten Geld geleistet worden sei, betonte der Pater. Er versicherte mehrfach, dass die Unterstützung aus Rheinmünster sehr dankbar angenommen würde und es Hilfe zur Selbsthilfe ermögliche, denn die Eltern würden bei jeder Baumaßnahme an der Schule ihre Eigenarbeit einbringen, sofern es möglich sei. Das Colegio Estatal „Cesar Vallejo“ habe inzwischen einen sehr guten Ruf in Chancay, unter anderem aufgrund der mit den Spendengeldern ermöglichten Ausstattung. Die Schule plane nach und nach weitere Räumlichkeiten zu errichten, um der gestiegenen Nachfrage nach Schulplätzen entgegen zu kommen. Über 1000 Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 16 Jahren werden in 5 Klassenstufen unterrichtet. Die etwa vierzig Lehrkräfte arbeiten schichtweise vor- und nachmittags, denn aus Mangel an Unterrichtsraum können nicht alle gleichzeitig unterrichtet werden. Bezüglich des Mädchensports und der Theatergruppe genießt die Schule in Chancay großes Ansehen. Besonders die Theatergruppe wurde schon mit Landespreisen ausgezeichnet und wird deshalb auch von Rheinmünster aus besonders unterstützt.

Die bei der Begegnung anwesenden Schülervertreter regten E-mail-Kontakte zwischen Schülern oder Klassen an. Pater Antonio versprach, die Idee weiterzugeben, wies allerdings auf die bestehende Sprachbarriere hin. Englisch werde zwar an der Schule in Chancay gelernt, aber es bliebe häufig in den Anfängen stecken. „Vergesst bei den Kontakten auch nicht, dass ihr in der ersten Welt lebt und Peru zur dritten Welt gehört“, fügte er hinzu. „Ich werde wieder nach Peru zurückkehren und meine Arbeit so lange tun, wie Gott es mir zugesteht“, verabschiedet sich der dreiundsiebzigjährige Ordensmann, nachdem er alle herzlich umarmt und gesegnet hatte.

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Nikolaus Krippl
R. Wagner / J. Reichert/   Fotos: Bechtold/ o4/o8